Elektronik gebraucht kaufen: Worauf du wirklich achten musst
Hohe Ersparnisse, aber hohes Risiko für versteckte Defekte. Der praktische Prüf-Leitfaden für Smartphones, Laptops und Kameras.
Elektronik ist der Bereich, in dem secondhand am meisten belohnt — aber auch am meisten bestraft. Ein fast neues iPhone für 40 Prozent unter Listenpreis ist ein Gewinn. Ein scheinbar fast neues iPhone mit einem ausgeleierten Akku wird dich nach drei Wochen an die Wand bringen. Der Unterschied liegt in fünf Prüfschritten.
Welche Geräte lohnen sich?
Faustregel: Je wertvoller das Neugerät und je standardisierter der Reparaturmarkt, desto besser der Deal.
- Smartphones: Top-Kauf. Ein iPhone der Vorjahresgeneration kostet 40 bis 50 Prozent weniger und bleibt 5+ Jahre im Software-Support.
- Laptops: Guter Kauf, wenn du das Modell recherchiert hast. MacBooks halten ihren Wert erstaunlich gut; Windows-Geräte variieren stark.
- Kameras und Objektive: Besonders lohnend. Objektive verlieren kaum an Wert und laufen Jahrzehnte.
- Spielkonsolen: Solide, vor allem ältere Generationen.
- Drucker: Finger weg. Druckköpfe leben kurz, Tintenpatronen sind ein Räubernest.
Die fünf Prüfschritte
Erstens: Seriennummer und Garantie. Bei Apple-Geräten unter checkcoverage.apple.com prüfen — siehst sofort Garantiestatus und ob das Gerät gesperrt ist. Samsung, Sony, Dell haben ähnliche Tools. Verweigert der Verkäufer die Nummer, brich ab.
Zweitens: Akku-Zustand. Bei iPhones unter Einstellungen → Batterie → Zustand. Unter 85 Prozent heisst absehbarer Akkutausch (160 Franken bei Apple). Bei MacBooks zeigt coconutBattery die Zyklen. Über 700 Zyklen sollte sich das im Preis widerspiegeln.
Drittens: Display und Gehäuse. Fotos im eingeschalteten Zustand verlangen. Einbrennspuren, Farbflecken, Pixelfehler checken. Kratzer im Gehäuse sind kosmetisch. Risse im Display oder verbogene Ecken: kein Deal.
Viertens: Originalzubehör. Fehlt das Ladekabel: okay. Fehlt der Karton: okay. Fehlt die Kaufrechnung und der Verkäufer kann die Herkunft nicht erklären: Alarmstufe rot.
Fünftens: Prüfung vor Ort. Geräte über 300 Franken idealerweise mit persönlicher Übergabe. Bring dein Ladekabel mit, starte das Gerät, check WLAN, Touchscreen, Kameras, Lautsprecher. Zehn Minuten, die dir späteren Ärger ersparen.
Wo suchen?
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