Alle Ratgeber
·8 Min. Lesezeit

Ricardo, Tutti, Vinted & Co.: Welche Plattform für was?

Sieben Secondhand-Plattformen, sieben verschiedene Stärken. Dieser Vergleich zeigt dir, wo du welche Artikel am schnellsten und günstigsten findest.

Sieben Plattformen, ein Ziel: gebrauchte Sachen kaufen und verkaufen. Aber wer alle gleichbehandelt, verschenkt Potenzial. Jede Plattform hat ihre eigene Käuferszene, ihre Stärken und ihre blinden Flecken. Wer eine Waschmaschine sucht, findet auf Ricardo wenig, dafür auf Tutti Dutzende. Wer Vintage-Sneakers will, ist auf Depop besser aufgehoben als überall sonst. Dieser Vergleich hilft dir, die richtige Plattform für den richtigen Zweck auszuwählen — oder alle gleichzeitig über allfinds.ch zu durchsuchen.

Ricardo — der Allrounder mit Auktionen

Ricardo ist die älteste und grösste Schweizer Plattform. Zwei Verkaufsmodelle: Sofortkauf und Auktionen, bei denen du über eine festgelegte Laufzeit bietest. Die Bezahlung läuft sicher über Ricardo Pay, und das ausgereifte Bewertungssystem gibt dir vor dem Kauf gute Anhaltspunkte über die Seriosität des Verkäufers.

Wann Ricardo nutzen: Elektronik, Smartphones, Laptops, Kameras, Markenkleidung, Bücher, Spielwaren und Sammlerstücke. Besonders stark bei allem, wo Garantiereste, Seriennummern oder Authentizitätsnachweise wichtig sind. Bei gebrauchter Elektronik ist Ricardo meist der erste Schweizer Anlaufpunkt.

Taktik-Tipp: Leg bei Auktionen dein Höchstgebot fest, bevor du eingibst — und rühr es nicht mehr an. Adrenalin in der letzten Minute ist der häufigste Grund, warum Leute auf Ricardo über dem Marktpreis kaufen.

Tutti — wenn es zu gross für den Briefkasten ist

Tutti ist die Heimat aller sperrigen Güter. Möbel, Haushaltsgeräte, Gartenmöbel, Werkzeuge — Artikel, bei denen Versand entweder teuer oder unmöglich ist. Die Suche lässt sich auf Region und PLZ filtern, und Verkäufer geben oft an, in welchem Umkreis Abholung möglich ist.

Wann Tutti nutzen: Alles, was gross, schwer oder zu unhandlich für den Versand ist. Sofas, Betten, Kühlschränke, Gartenpavillons, Velos. Und alles, was du lieber direkt beim Verkäufer prüfen willst, bevor Geld fliesst.

Taktik-Tipp: Verhandeln ist auf Tutti die Norm. Rechne mit 10 bis 20 Prozent Preisnachlass, wenn du sofort abholst und bar bezahlst. Und prüf die Abmessungen doppelt — ein Sofa, das nicht durchs Treppenhaus passt, ist der klassische Tutti-Fehler.

marko — Kleinanzeigen-Feeling ohne Gebühren

marko ist in der Schweiz stark gewachsen und hat einen Grossteil der klassischen Kleinanzeigen-Szene übernommen. Die Plattform ist komplett kostenlos — keine Einstellgebühren, keine Provision. Die Community ist jung, aktiv, und Verkäufer sind fast ausschliesslich Privatpersonen.

Wann marko nutzen: Alltagsgegenstände, Hobby-Equipment, Vintage-Mode, Kinderartikel, Spielzeug, kleine Elektronik. Alles, was lokal ist und wo du direkt mit dem Verkäufer in Kontakt treten willst.

Vorsicht: Weniger Käuferschutz als Ricardo oder Vinted. Keine integrierte Bezahlung, keine Identitätsprüfung. Setz auf Abholung und Bargeld bei Beträgen über 200 Franken. Mehr dazu im Ratgeber zu Fake-Inseraten.

eBay — die internationale Suchmaschine

eBay ist nicht mehr die Auktionsplattform von früher — der Grossteil läuft heute über Sofortkauf. Die Stärke liegt im internationalen Angebot: Über eBay.ch und eBay.de erreichst du Verkäufer in der Schweiz und Deutschland gleichzeitig. Der Käuferschutz ist solide, und für Nischenprodukte gibt es schlicht keine Alternative.

Wann eBay nutzen: Ersatzteile für alte Elektronik, internationale Sammlerstücke, Spezialwerkzeug, Nischen-Hobbies mit kleinem Schweizer Markt.

Aufpassen: Bei Paketen über 150 Franken aus dem Ausland zahlst du Mehrwertsteuer und teilweise Einfuhrgebühren. Rechne das in deinen Preis ein.

Vinted — der Mode-Gigant aus Europa

Vinted hat sich in wenigen Jahren zur grössten Secondhand-Mode-Plattform Europas entwickelt. Die Auswahl ist gewaltig — von Fast Fashion über Designermarken bis zu Vintage-Stücken. Käufer zahlen eine kleine Servicegebühr, dafür gibt es eingebauten Käuferschutz: Wenn der Artikel nicht der Beschreibung entspricht, bekommst du dein Geld zurück.

Wann Vinted nutzen: Kleidung, Schuhe, Accessoires, Taschen — alles, was man anziehen kann. Auch Kinderkleidung ist auf Vinted ein riesiger Markt. Preise sind in Euro, aber oft trotzdem günstiger als auf Schweizer Plattformen.

Taktik-Tipp: Die eingebaute Angebot-Funktion erlaubt dir, mit einem Klick einen Gegenvorschlag zu machen. Nutze sie — die Akzeptanzrate ist überraschend hoch, weil Verkäufer die Benachrichtigung direkt aufs Handy kriegen und spontan zustimmen.

Kleinanzeigen — das Schweizer Taschenmesser aus Deutschland

Kleinanzeigen (ehemals eBay Kleinanzeigen) ist der grösste Kleinanzeigenmarkt im deutschsprachigen Raum. Die Vielfalt ist unschlagbar: Möbel, Elektronik, Autos, Haustierzubehör, Instrumente, Werkzeuge — alles, was es gibt, gibt es auf Kleinanzeigen. Viele Verkäufer versenden auch in die Schweiz, und bei grenznahen Artikeln lohnt sich eine persönliche Abholung über die Grenze.

Wann Kleinanzeigen nutzen: Wenn du auf den Schweizer Plattformen nicht fündig wirst. Besonders stark bei Haushaltsgeräten, Möbeln, Velos und Elektronik. Preise sind in Euro und in der Regel deutlich tiefer als in der Schweiz.

Aufpassen: Wenig integrierter Käuferschutz bei Direktkäufen. Die Kultur ist sehr ähnlich wie auf Tutti — VB (Verhandlungsbasis) ist der Standard, Abholung bevorzugt.

Depop — Streetwear und Gen-Z-Ästhetik

Depop ist die Plattform für eine jüngere Zielgruppe. Der Fokus liegt klar auf Mode: Vintage-Streetwear, Y2K-Stücke, seltene Sneakers, handgemachte Unikate. Die Plattform fühlt sich eher wie Instagram als wie eine Kleinanzeigenseite an — Verkäufer kuratieren ihren Shop, und es gibt eine starke Community rund um bestimmte Stile.

Wann Depop nutzen: Spezifische Vintage-Stücke, Streetwear-Labels, limitierte Sneakers, Schmuck. Für Möbel, Elektronik oder Alltagskram ist Depop der falsche Ort.

Alle auf einmal durchsuchen

Statt sieben Tabs offen zu haben, suchst du mit allfinds.ch alle Plattformen gleichzeitig ab. Du siehst sofort, wo dein Produkt am günstigsten angeboten wird, und klickst direkt zum Originalinserat. Spart Zeit und garantiert, dass du kein gutes Angebot verpasst, weil du genau die eine Plattform nicht gecheckt hast.

Weitere Ratgeber