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Kinder- und Babyartikel gebraucht kaufen: Was geht, was nicht

Kinderwagen, Autositze, Spielsachen — das dankbarste Segment im Secondhand-Markt. Aber bei Sicherheitsprodukten gelten strikte Regeln.

Kinderartikel sind das dankbarste Segment im Secondhand-Markt. Die Nutzungsdauer ist kurz, der Neupreis hoch, und der Zustand meist tadellos — Kinder wachsen schneller aus Sachen raus, als diese verschleissen können. Bei Kleidung, Kinderwagen und Spielzeug kannst du entspannt sparen. Bei Sicherheitsprodukten wie Autositzen gibt es Regeln, die du kennen musst.

Autositze: Die wichtigsten Regeln

In der Schweiz gilt: Kinder unter 12 Jahren oder kleiner als 150 Zentimeter müssen mit einem geeigneten Kindersitz gesichert werden. Seit dem 1. September 2024 dürfen nur noch Kindersitze nach der UNECE-Norm R129 (i-Size) neu verkauft werden. Ältere Sitze nach ECE R44/03 oder R44/04 sind weiterhin gültig, wenn sie bereits im Umlauf waren. Für den Secondhand-Kauf heisst das: Check immer das Prüfsiegel.

  • Alter: Maximale Nutzungsdauer 6 bis 10 Jahre. Plastik altert unsichtbar.
  • Unfallhistorie: Ein Sitz nach einem Unfall ist Schrott. Mikrorisse im Kunststoff sind unsichtbar, aber lebensgefährlich. Im Zweifel: kauf neu.
  • Isofix-Kompatibilität: Fast alle Schweizer Neuwagen seit 2014 haben Isofix. Check die Kompatibilität.
  • Vollständigkeit: Anleitung, alle Polster, alle Gurte.

Kinderwagen und Buggys

Der klassische Secondhand-Gewinner. Ein Bugaboo oder Stokke, der neu 1000 Franken kostet, geht gebraucht für 300 bis 500 raus. Die Lebensdauer ist quasi unbegrenzt, wenn das Gestell intakt ist. Check: Räder rund, Bremsen funktionieren, Sitzfläche abnehmbar und waschbar. Fehlende Teile wie Sonnenschutz oder Regenverdeck sind oft überraschend teuer als Einzelteile — kalkulier das ein.

Kleidung: Vinted ist ein Game-Changer

Babys und Kleinkinder wachsen in den ersten zwei Jahren durch rund 15 Grössen. Secondhand-Babykleider sind deshalb oft quasi ungetragen. Auf marko und Tutti findest du komplette Grössen-Sets für 10 bis 30 Franken — neu wären das 100 bis 200.

Aber der eigentliche Tipp ist Vinted. Die Plattform hat einen riesigen Markt für Kinderkleidung, die Preise liegen nochmal tiefer als auf den Schweizer Plattformen, und der eingebaute Käuferschutz gibt Sicherheit beim Versandkauf. Gerade bei Marken wie Petit Bateau, Jacadi oder Patagonia Kids lohnt sich der Blick dorthin.

Spielzeug: Aufpassen bei alten CE-Kennzeichen

Zwei Dinge beachten. Erstens die CE-Kennzeichnung: Seit 2009 gelten verschärfte EU-Richtlinien. Älteres Spielzeug mit CE-Zeichen entspricht den heutigen Standards nicht zwingend. Bei Holzspielzeug kein Problem, bei bunten Plastikteilen skeptisch sein. Zweitens: Vollständigkeit. Ein Puzzle ohne ein Teil ist Müll, eine Lego-Kiste ohne Anleitung nur halb so viel wert.

Wo am besten suchen

Für Kinderartikel sind marko, Tutti und Vinted die stärksten Plattformen. marko und Tutti für lokale Abholung und grössere Artikel, Vinted für Kleidung und Versandartikel. Kleinanzeigen hat ebenfalls ein grosses Kindersortiment, besonders in Grenznähe. Über allfinds.ch siehst du alle gleichzeitig — praktisch, wenn du komplette Babyausstattungen suchst, die Eltern auflösen.

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