Secondhand kaufen in der Schweiz und Deutschland: Der komplette Guide
Warum, wo und wie du in der Schweiz und Deutschland erfolgreich secondhand einkaufst — mit konkreten Plattformen, Verhandlungstipps und Sicherheitshinweisen.
Secondhand ist längst Mainstream. Wer heute ein Velo, ein Sofa oder ein iPhone kauft, schaut meistens zuerst, ob es das gesuchte Modell nicht gebraucht gibt — und spart dabei 40 bis 70 Prozent gegenüber dem Neupreis. Die Plattformen sind da, die Auswahl ist riesig. Und seit auch grosse deutsche Marktplätze wie Kleinanzeigen und Vinted in die Schweiz liefern, hat sich das Angebot nochmal verdoppelt. Trotzdem kann der Einstieg überwältigend wirken. Dieser Guide bringt dich in sieben Minuten auf Stand.
Warum sich Secondhand hier besonders lohnt
Die Schweiz hat einen der liquidesten Gebrauchtmärkte Europas. Die Kaufkraft ist hoch, die Pflegekultur ausgeprägt — Schweizer*innen gehen im Schnitt sorgfältiger mit Geräten und Möbeln um als Leute in vielen Nachbarländern. Dazu kommen die höchsten Neupreise Europas bei Elektronik, Velos und Haushaltsgeräten. Das Resultat: viele fast neuwertige Artikel zu teils absurden Preisen. Ein zwei Jahre alter iMac für 800 Franken, ein Designsofa für einen Drittel des Neupreises, ein Rennvelo mit Shimano-Ultegra für unter 1500 Franken — keine Ausnahmen, sondern der Normalfall.
Und dann ist da der deutsche Markt. Kleinanzeigen (ehemals eBay Kleinanzeigen) ist die grösste Kleinanzeigenplattform im deutschsprachigen Raum. Vinted hat sich zur führenden Mode-Plattform entwickelt. Depop bedient die junge Streetwear-Szene. Alle drei versenden in die Schweiz, die Preise liegen oft tiefer als auf den Schweizer Plattformen, und die Auswahl ist schlicht grösser.
Sieben Plattformen, sieben Stärken
- Ricardo ist das grösste Schweizer Volumen. Auktionen und Sofortkauf nebeneinander, sichere Bezahlung über Ricardo Pay, starkes Bewertungssystem. Perfekt für Elektronik, Mode und Sammlerware.
- Tutti ist die Go-to-Plattform für alles Sperrige: Möbel, Haushaltsgeräte, Gartenmöbel. Abholung ist die Norm, Versand die Ausnahme.
- marko hat sich als moderne Kleinanzeigen-Alternative etabliert. Kostenlos, ohne Gebühren, mit einer jungen und aktiven Community. Stark bei Alltagskram, Hobby-Equipment und Vintage-Mode.
- eBay deckt den internationalen Markt ab. Unverzichtbar für Nischensuchen, Ersatzteile und Sammlerstücke, die es lokal kaum gibt.
- Vinted ist die Nummer eins für Secondhand-Mode in Europa. Riesige Auswahl, eingebauter Käuferschutz und Versand in die Schweiz. Preise sind in Euro — aber in der Regel trotzdem günstiger als auf Schweizer Plattformen.
- Kleinanzeigen (ehemals eBay Kleinanzeigen) ist der grösste Kleinanzeigenmarkt im deutschsprachigen Raum. Wahnsinnig breites Sortiment, von Möbeln über Elektronik bis zu Autos. Viele Verkäufer versenden auch in die Schweiz.
- Depop richtet sich an eine jüngere Zielgruppe: Streetwear, Vintage-Mode, Y2K-Ästhetik. International aufgestellt, Preise in Euro.
Du musst nicht jede Plattform einzeln abklappern. Mit allfinds.ch läuft eine einzige Suche über alle sieben parallel — und du siehst auf einen Blick, wo dein Wunschprodukt am günstigsten inseriert ist. Welche Plattform wofür am besten passt, schlüsseln wir im Plattform-Vergleich noch detaillierter auf.
So läuft ein erfolgreicher Kauf
Gute Secondhand-Käufe beginnen mit einer klaren Vorstellung. Überleg dir vor der Suche: Welches Modell will ich? Wie viel will ich maximal ausgeben? Versand oder Abholung? Bei sperrigen Sachen wie Waschmaschinen oder Sofas lohnt sich eine enge Kilometer-Grenze — sonst kostet die SBB-Fahrt zur Abholung mehr als die Ersparnis. Bei leichteren Artikeln wie Kleidung oder Elektronik sind die deutschen Plattformen oft die bessere Wahl, weil die Auswahl schlicht grösser ist.
Verhandeln gehört auf Tutti, marko und Kleinanzeigen zum guten Ton. Eine faire Gegenofferte liegt bei 70 bis 85 Prozent des inserierten Preises. Auf Vinted gibt es eine eingebaute Angebot-Funktion, die das Ganze noch einfacher macht. Auf Ricardo-Auktionen gilt dagegen: Biete nie spontan über dein vorher festgelegtes Maximum.
Sicher bezahlen, sicher abholen
Die goldene Regel: Bezahlung erst nach Prüfung. Bar oder TWINT bei Abholung ist der sicherste Weg. Für Versand nutze die integrierten Bezahlsysteme der Plattformen — Ricardo Pay, Vinted Käuferschutz, eBay Käuferschutz. Bei Kleinanzeigen und marko gibt es weniger Schutz, also dort besonders auf die Warnsignale achten, die wir im Ratgeber zu Fake-Inseraten aufschlüsseln.
Jetzt loslegen
Du hast eine Idee, was du willst? Starte die Suche direkt auf allfinds.ch — eine Anfrage, sieben Plattformen, alle Treffer sortiert. Viel Erfolg beim Stöbern.
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